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02.11.2021

51. Metallurgisches Seminar der GDMB

Vom 11. – 12. Mai 2022 findet in Clausthal-Zellerfeld das 51. Metallurgische Seminar der GDMB statt. Das Seminar steht unter dem Thema: Chancen und Herausforderungen der E-Mobilität.

Eins der dominierenden Themen der aktuellen politischen Diskussion ist die des Klimawandels und der Maßnahmen, wie man ihm begegnen bzw. ihn aufhalten kann. Dabei wird die regenerative Energieerzeugung unter gleichzeitiger Abkehr von der Nutzung fossiler Brennstoffe sehr kontrovers diskutiert. In diesem Zusammenhang kommt dem Wandel des Verkehrssektors hin zur E-Mobilität eine besondere Bedeutung zu, da die Nutzung von Elektro- oder Hybrid-Mobilen vor allem durch regenerative Energien sichergestellt werden soll.

Allerdings sind einige Aspekte dieser Thematik noch nicht bis zum Ende durchdacht. Ein Beispiel hierfür ist das Recycling von Lithium-Ionen-Akkus für die Speicherung elektrischer Energie

  • In diesen Batterien sind eine Reihe von Metallen verbaut, deren Verfügbarkeit knapp ist (allen voran Kobalt und bedingt Nickel) oder deren Produktion sehr ressourcenintensiv ist (z.B. Lithium). Denn trotz großer Vorkommen gilt seine Förderung und primäre Gewinnung als außerordentlich umweltbelastend.
  • Bei der Herstellung und beim Recycling der Energiespeicher spielen diese Metalle mit ihren unterschiedlichsten Eigenschaften aber die entscheidende Rolle. Die Recyclingprozesse sind auch noch nicht erprobt – und Berechnungsgrundlagen zur Beurteilung einer neuen Technologie müssen nachvollziehbar sein, um ihren Nutzen neutral bewerten zu können.
  • Denn – und das ist leider auch ein Fakt – der Energieaufwand zur Herstellung von Lithium-Ionen-Akkus oder anderer Komponenten für die E-Mobilität wird leider meist nur in einem idealisierten Gesamtkontext betrachtet wie etwa ihre Herstellung ausschließlich aus regenerativen Energiequellen. Dies ist aber längst (noch) nicht der Fall, so dass sich die Frage stellt, wieviel CO2 bei der E-Mobilität in der aktuellen Form eingespart werden kann?
  • Und: Diese Sondermetalle, die sogar als „Öl der Zukunft“ gelten, sind teuer. Ihre Förderung belastet die Umwelt – und ihr Verbrauch fördert strategische Abhängigkeiten (z.B. von China), weil sie anderswo kaum zu finden sind.

E-Mobilität gilt aktuell als das Nonplusultra in Bezug auf eine fast komplette Verringerung der CO2-Emissionen im Verkehrssektor – aber nur, wenn es gelingt, den Recyclingkreis der Li-Ionen-Akkus im Rahmen einer Circular Economy zu schließen und verlässliche Verfahren dazu zu entwickeln. Geschieht dies nicht, kann der wachsende Bedarf an den für die Produktion von Li-Ionen-Akkus notwendigen Metallen nicht gestillt werden – was im Zweifel zum schlechten Ruf einer Technik beiträgt und im schlimmsten Fall zum Misserfolg der gesamten E-Mobilität führen wird.

Es sollen deshalb im geplanten Seminar Hintergründe der Rohstoff-Versorgung, Aufbereitungs- und Recyclingverfahren vorgestellt, Fallstricke geschildert und Auswirkungen auf die Versorgung des Landes mit elektrischer Energie nach Umsetzung der E-Mobilität bzw. der Energiewende gegeben werden.

Wir stehen also vor der großen Herausforderung, das zu schützen, was uns am Wichtigsten sein sollte: unseren Planeten. Um die Erde auch zukünftigen Generationen in gutem Zustand übergeben zu können, ist es noch ein langer Weg. Wir sollten ihn gehen.

Es freut uns sehr demnächst das spannende und vielfältige Programm mit Ihnen zu teilen. Nähere Informationen zu dem Seminar erhalten Sie hier. Gerne können Sie uns auch eine Mail zukommen lassen (met-sem@gdmb.de).