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14.10.2016

Deutsches Bergbau-Know-how gefragt

In der Nähe von Nowokusnezk entsteht ein neues Bergwerk, Uvalnaya. Hier liegen in 100 bis 400 m Tiefe vier Kohleflöze, 2 bis 3,5 m mächtig und – das ist das Wesentliche – sie enthalten gute Kokskohle. DMT und die RWTH Aachen haben die Kohle analysiert und DMT hat Verkokungsversuche gemacht. Das Ergebnis: da liegt genau der Rohstoff, der in russischen und Kokereien weltweit gebraucht wird, nämlich gute Kokskohle mit einigen herausragenden Eigenschaften.

„So eine Kohle habe ich in Russland, auch in der Nachbarschaft des neuen Bergwerks, noch nicht gesehen“ sagt Ingo Elsner, Leiter der Abteilung Trading innerhalb des RAG Konzerns. Das Besondere: geringer Gasinnendruck. Viele Kokskohlen aus anderen Lagerstätten weisen einen zu hohen Gasinnendruck auf, dieser kann die Kokereiöfen beschädigen. Mit einer Beimischung von Kohle aus dem neuen Bergwerk kann man derartige unangenehme Eigenschaften ausgleichen. Elsner: „Ich kenne viele Kokereien, die genau diese Kohle brauchen um damit eine ideale Einsatzmischung herzustellen, bis zu 30 % werden dafür benötigt“.

Das DMT-Zertifikat bescheinigt: “The most properties of the Uvalnaya coal are very favorable for a hard coaking coal“, und: “The quality of the coke from the first test shows good CRI and CSR values“.

In Hinblick auf derzeit steigende Kohlepreise findet dieses Investment zum richtigen Zeitpunkt statt. Weltweit laufen Kokskohle-Bergwerke aus, Neuinvestitionen finden so gut wie nicht statt. Diese Kohle hat allerdings beste Marktchancen, besonders wenn die Stahlkonjunktur wieder anzieht.

An dem Bergwerk sind außer DMT und der RWTH Aachen noch andere deutsche Firmen beteiligt: GTA, SMT Scharf, Becker Mining, CFT, Aumund Fördertechnik, Hauinco – Zulieferfirmen, die weltweit durch qualitativ hochwertige Produkte bekannt sind. Das Bergwerk wird mit der modernsten Technik ausgerüstet; das garantiert einen hohen Sicherheitsstandard und Leistungsfähigkeit.

Die Arbeiten an dem Bergwerk laufen planmäßig, das erste Kohlenflöz wurde mit drei Bergen erreicht, der erste Hauptlüfter ist installiert und an den Tagesanlagen wird mit Hochdruck gebaut. Die Betonarbeiten sollen vor dem ersten Frost fertiggestellt sein, denn Temperaturen von –30 °C sind in dieser Gegend keine Seltenheit.

Die Kohlewäsche wurde verfahrenstechnisch von DMT, die auf mehr als 100 Jahre Erfahrung in der Aufbereitung von Steinkohle zurückblicken, geplant, und deutsche Firmen wie Siebtechnik, Allmineral, Schenck, Andritz und andere werden die bewährten Kernkomponenten liefern. Das Bergwerk wird voraussichtlich Ende 2017 in vollen Betrieb gehen.